Eingliederungshilfe für Erwachsene

Ambulant Betreutes Wohnen nach §§ 53 SGB XII bietet Menschen durch Beratung, Begleitung und Unterstützung mit konkreten alltagsrelevanten Angeboten eine Möglichkeit, dem Ziel - ein eigenständiges Leben in der eigenen Wohnung und auch eine Teilhabe an der Gemeinschaft (Gesellschaft) zu haben und/oder zu ermöglichen und zu erhalten - näherzukommen.

Es handelt sich um ein freiwilliges und selbstbestimmtes Hilfeangebot. Zusätzlich kann ein gerichtlich bestellter Betreuer (gesetzliche Betreuung) zur Ergänzung und Unterstützung unseres Angebots hilfreich und dienlich sein.

Die Betreuung durch eine feste Ansprechperson findet durch Kontakte in der eigenen Wohnung und/oder im Sozialraum (außerhäuslich) statt.

Form, Intensität und Ziele der Betreuung orientieren sich nach den Ressourcen, Kompetenzen und Bedürfnissen des Einzelnen und werden mit dem Kostenträger in einem gemeinsamen Hilfeplangespräch besprochen und festgeschrieben. Wir nehmen Sie als Experte wahr und bieten unser sozialpädagogisches Know-How an, um Sie in Ihrem Anliegen zu begleiten.

Darüber hinaus ist es möglich, am personenzentrierten Gruppenangebot teilzunehmen, wenn es im Hilfeplan als notwendig und hilfreich erachtet wurde.

Die Teilnahme am Gruppenangebot dient der Gemeinsamkeit, um sich zu unterhalten und persönliche Erfolge und Misserfolge mit anderen zu teilen. In der Gruppe werden Aktivitäten geplant und auch Emotionen (…von traurig oder ernst bis heiter oder lustig….) gezeigt und erlebt.

Gemeinsam finden wir die Balance zwischen notwendiger Unterstützung und Eigenständigkeit der begleiteten Person in ihrem sozialen Umfeld.

Die Hilfeleistungen sind vielseitig und orientieren sich an Ihren Bedürfnissen. Unsere interkulturellen Kompetenzen ermöglichen es uns, Ihre Sprache zu sprechen und Ihre Werte zu kennen.Wir sprechen Türkisch, Russisch, Arabisch, Kurdisch, Italienisch und Englisch.

Wir bieten Ihnen Begleitung und Unterstützung:

  • Bei der Alltagsbewältigung und Selbstversorgung
  • Bei der Tagesstruktur und Freizeitgestaltung
  • Bei Ämter- und Behördengängen
  • Bei der Inanspruchnahme von medizinischen, therapeutischen und suchtbezogenen Hilfen
  • Bei lebenspraktischen Problemen wie Haushaltsplanung, Umgang mit Geld …
  • Bei der Stärkung der Selbstbehauptung und sozialer Kompetenzen
  • Beim Aufbau, Wiederherstellung und Aufrechterhaltung sozialer Kontakte zur Familie, Freunden und Kollegen
  • Bei der Beschaffung und Erhaltung der Wohnung
  • Beim Finden von Arbeit und sinnvoller Beschäftigung
  • Bei Krisen, Rückfällen
  • Beim Umgang mit einer psychischen Erkrankung, Sucht oder Handicaps
  • Beim Erreichen von Abstinenz bei Suchtproblematiken (Drogen, Alkohol, Tabletten, Computer)
  • Beim Entwickeln eines Notfallkoffers
  • Beim Herausarbeiten und Trainieren von Sozialkompetenzen

 

Unser Ansatz der Förderung von "Hilfe zur Selbsthilfe" wurde von dem Marburger Literaten Friedrich G. Paff treffend in folgende Worte gefasst:

„Du bist es. Nur du kannst dich verändern. Geh den ersten Schritt. Organisiere dich selbst. Du bist dein Weg. Du allein. Suche Hilfe zur Selbsthilfe. Lern ihn zu gehen den eigenen Schritt. Den ersten. Die anderen sie folgen. Aus dir, von dir. Du bist es, der dich bestimmt. Dich organisiert. Deinen Tag. Deine Interessen. Deine Methode zur Gesundung und Stärkung wieder.

Flieh nicht in Verneblungen, die dich betäuben. In Netze, in denen du dich nur verstrickst. Fang dich selber ein. Sei du dein eigener Organisator. Du allein weißt, was für dich gut ist. Und was auf Dauer dir schadet. Nur Du weißt, wo die Klippen und Fallen sind, wo alles droht, wieder zusammenzustürzen. Entwerfe die eigenen Ufer, die rettenden Inseln, das Land. Den Alltag, der dich befreit aus den Zwängen und dem Angewiesen Sein auf nur fremde Hilfe.

Du bist deine eigene Station und das ist nicht stationär, sondern lebendig.

Wechsel, aber auch in allem Wechsel Stetigkeit, Ausdauer, Halt nicht verlierend. Ufer nicht aus. Die ersten Schritte sind ungewohnt. Spring nicht über die Fakten hinweg. Schau ihnen ins Angesicht. Gib dich nicht auf. Gib dich nicht ab. Vertrau dir. Trau dir selbst. Kein Fremder atmet für dich. Du bist und bleibst dein eigener Atem, dein eigenes Leben, dein eigener von dir entworfener und gestalteter Weg. Du allein weißt, was gut für dich ist. Nimm es in Anspruch. Dich selbst auch. Laß dich nicht fallen, nicht gehen.

Spüre wieder die Frische, die Luft, das Abenteuer, auch in den kleinsten alltäglichsten Dingen, dich selbst zu entwerfen. Leben, dein eigenes zu gestalten. Erstick nicht, lähme dich nicht in nur fremder Hilfe. Du kannst mehr, wenn du es wagst. Wage es. Nehme nur Hilfe in Anspruch zur Selbsthilfe. Lebe dein Leben. Atme und gewinne wieder dich selbst, deinen, nur deinen Weg.“